Tennis Guru. Der Guru liebt das Spiel so wie Du.

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Tennis Guru – Der Guru liebt das Spiel so wie Du

 Der Rahmen: Das Material und die richtige (Kopf-) Größe

Ein Tennisschläger besteht aus einem Rahmen, der Schlagfläche inkl. Bespannung und einem Griff. Der obere Teil des Rahmens wird auch als Kopf bezeichnet. Den Bereich zwischen Kopf und Griff nennt man auch umgangssprachlich Herz. Es gibt verschiedene Rahmen, die sich in der Regel in zwei Punkten unterscheiden. Zum einen im Material und zum anderen in der Größe. Heutzutage sind fast alle Schläger aus Kunststoff gefertigt. Früher (bis in die 80iger Jahre) waren dies teilweise noch Holzschläger. Außerdem gab es noch Metallschläger, bestehend aus Aluminum oder Stahl bzw. einer Kombination von beidem. Weitere Stoffe wie bspw. Titan, Kevlar oder Keramik werden auch heute noch für die Schlägerherstellung verwendet.


  • Schlägergriff

Auch den Schlägergriff gibt es in verschiedenen Größen bzw. Umfängen. Als Indikator welchen Griffumfang man nimmt, dient die Handgröße des Spielers.


Griffstärke Umfang (Millimeter – Zoll)
L1 105 – 4 1/8
L2 108 – 4 1/4
L3                                      111 – 4 3/8         
L4 114 – 4 1/2
L5 118 – 4 5/8
L6 121 – 4 3/4
L7 124 – 4 7/8

 

  • Kopfgrößen
Es gibt verschiedene Kopfgrößen. Kinder und Jugendliche spielen bspw. mit kleineren Schlägern und größeren Kopfgrößen. Dies ist in der Regel Fehlerverzeihender und man hat dadurch mehr Kontrolle. Auf der anderen Seite spielen Profitennisspieler in der Regel mit kleineren Kopfgrößen, um mehr Geschwindigkeit auf den Schlag zu bekommen.


Kategorie Kopfgröße
Midsize < 97 sq inch / 625 cm2
Midplus                                     97 – 105 sq inch / 630 – 675 cm2      
Oversize 105 – 115 sq inch / 680 – 740 cm2
Super Oversize > 116 sq inch / 750 cm2

 

Tennissaiten: Material und Beschaffenheit

Beim Bespannen eines Tennisschlägers muss sowohl die Längsseite als auch die Querseite besaitet werden. Das wird in der Regel mit einer Besaitungsmaschine gemacht, teils automatisiert, teils manuell. Es gibt dabei ein paar Kriterien die es zu berücksichtigen gibt, bspw. die Bespannungshärte sowie das Material an sich. Man unterscheidet in der Regel nach Naturdarmsaiten und Kunstsaiten.

Naturdarmsaiten werden wie der Name schon vermuten lässt aus natürlichen Kuhdärmen gefertigt. Der Vorteil von Naturdamsaiten ist die besondere Elastizität sowie Spannungsstabilität. Gerade Profispieler greifen auf diese Art der Besaitung zurück. Hobbyspieler wählen in der Regel Kunstsaiten, da diese wesentlich günstiger sind.

Kunstsaiten oder auch Synthetiksaiten genannt, sind wiederum der Standard im Breitensport. Sie wurden und werden über die Jahre so optimiert um der Leistung an Naturdarmsaiten kaum noch nachzustehen. Dabei werden wiederum verschiedene Arten von Kunstsaiten unterschieden:

  • Nylonsaiten
Nylonsaiten werden am häufigsten genutzt und sind darüber hinaus auch mit am günstigsten von allen angebotenen Kunstsaiten. Sie bestehen meist aus einem monofilen (einfaserigen) Nylonkern und verschiedenartigen widerstandsfähigen Ummantelungen. Diese Ummantelungen reduzieren den bei Nylonsaiten auftretenden Spannungsverlust etwas. Spieler mit einem normalen bis hohem Saitenverschleiß spielen in der Regel mit diesem Saitentyp.

  • Polyestersaiten
Polyestersaiten, auch Polys genannt, bestehen aus einem einzelnen Polyesterstrang und einer dünnen Beschichtung, welche man in dieser Konstruktion Monofilament (siehe Multifilamentsaiten weiter unten als Gegensatz) nennt. Von Vorteil ist dass Polyestersaiten eine bessere Haltbarkeit aufweisen. Allerdings sind sie auch weniger elastisch und fühlen sich in Relation zu Nylon- oder Multifilamentsaiten vergleichsweise starr an. Der größte Nachteil von Polyestersaiten aber ist, dass die Spannung nicht lange hält und die Kontrolle relativ schnell nachlässt. Daher sind diese Art von Saiten eher für Spieler mit hohem Saitenverschleiß zu empfehlen.

  • Titansaiten
Titansaiten basieren auf Nylon- oder Multifilament-Saiten. Das Titan wird dabei entweder von außen aufgetragen oder in die Fasern direkt eingelagert, um die Spieleigenschaften zu ändern. Titan wird deshalb verwendet um das Material vor UV-Strahlung und Abrieb zu schützen. 

  • Multifilamentsaiten
Multifilamentsaiten bestehen aus vielen einzelnen dünnen Einzelfassern, sog. Microfilamenten, welche wiederum aus verschiedenen Materialen bestehen. Durch diese Kombination entsteht ein widerstandsfähiges Material. Ein weiterer Vorteil dieser Saitenart ist eine höhere Elastizität und Spielbarkeit soweit eine höhere Armschonung. Nachteil ist der Preis dieser Saiten, da die Herstellung und Produktion kostenintensiv ist.


  • Strukturierte Saiten
Strukturierte Saiten haben die Eigenschaft, dass ihre Oberfläche nicht glatt ist. Damit soll dem schlagenden Spieler ermöglicht werden, mehr Topspin zu erzeugen bei gleichzeitig höherer Kontrolle. Strukturierte Saiten haben leider den großen Nachteil, dass sie sich viel schneller abnutzen, weshalb sie öfters gewechselt werden müssen.


  • Saitendurchmesser bzw. Saitenstärke
Neben dem Material ist auch die Saitenstärke entscheidend und eine wichtige Eigenschaft einer Tennissaite. Als Faustregel gilt: Je dünner die Saite, desto bessere Spieleigenschaften hat sie, allerdings nimmt dabei auch die Haltbarkeit ab. Anders ausgedrückt, je dicker die Saite desto langlebiger ist sie, wobei dies dann auf Kosten des Spielkomforts geht. Die meisten Hersteller von Tennissaiten liefern ein und dieselbe Saite in unterschiedlichen Stärken aus, zu meist zwischen einem Saitendurchmesser zwischen 1,1 und 1,5 Millimeter, wobei die überwiegende Mehrheit bei 1,2 bzw. 1,3 Millimeter liegt. Der Saitendurchmesser wird öfters auch, gerade im amerikanischen bzw. englischsprachigen Bereich, mit der Angabe „Gauge“ angegeben. Generell sagt man, je größer der Gauge-Wert, desto kleiner der Durchmesser. Bei der Angabe mit einem zusätzlichen L sind Zwischengrößen (L = Leicht) gemeint. Konkret heißt das, dass eine Saite die mit 16L angegeben ist, dicker als eine Saite mit 17 ist, aber dünner als eine Seite mit 16. In der folgenden Tabelle werden die Gauge-Angaben in Millimeter umgerechnet:

 

Gauge Millimeter
15 1,41 – 1,49
15L (Zwischengröße) 1,33 – 1,41
16 1,26 – 1,34
16L (Zwischengröße) 1,22 – 1,30
17 1,16 – 1,24
18 1,06 – 1,16

 

Die Bespannung an sich: Härte, Machart und Hybrid-Besaitung

Beim Tennisschläger-Besaitung gibt man dem Bespannen in der Regel die Angabe mit mit wieviel Kilo man einen Schläger besaiten lassen will. Man spricht dabei von weicher bzw. harter Bespannung. Grob gesagt: Mit einer weichen Bespannung (18-22 Kilogramm) bekommt man mehr Power und mit einer harten Bespannung (26-32 Kilogramm) mehr Kontrolle. Bespannt man eine Saite eher weicher, hat man eher mehr Ballgefühl und die Saite ist länger haltbar. Es gibt aber verschiedene Konstellationen wo mal eine weichere, mal eine härtere Bespannung Sinn macht. Gerade im Profitennis wird hier oft probiert und bspw. auch die Bespannung der Außen-Temperatur angepasst. Letztendlich muss jeder Spieler seine eigene Bespannungshärte spüren und rausfinden.

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit Längs- und Quersaiten unterschiedlich zu bespannen. Man spricht dabei von einen sog. Hybrid-Besaitung. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus zwei verschiedenen Saiten. In der Regel geht die Längssaite eher kaputt als die Quersaite, von daher wird bei einer Hybrid-Bespannung meistens dieses Saite durch eine eher haltbarere Saite genommen, bspw. einer Poly. Als Ausgleich kann bspw. für die Quersaite eine Synthetikseite oder auch eine Naturdarm-Saite verwendet werden. In Summe lässt sich sagen, dass gerade Hybrid-Bespannungen eine längere Haltbarkeit aufweisen als bspw. bei einer reinen Poly-Bespannung. Jemand der seinen Schläger selbst bespannt, kann so unterschiedlichste Kombinationen ausprobieren. Mittlerweile gibt es aber auch viele Hersteller die Hybrid-Sets verkaufen.

Um einen Tennisschläger zu besaiten benötigt man eine 12 Meter lange Saite. Wenn man öfters unterm Jahr bespannen lässt oder vielleicht selbst eine Besaitungs-Machine (siehe folgenden Punkt) hat, kann es sich lohnen auch eine ganze Saiten-Rolle von 100 oder 200 Metern zu kaufen.

 

Bespannungsmaschinen: Ein kurzer Exkurs

In der Regel kann man seinen Tennisschläger in einem Sportgeschäft oder beim hiesigen Tennisverein bespannen lassen. Dabei zahlt man meistens zwischen 10 und 20 Euro für eine Bespannung (ohne Saite). Natürlich besteht auch die Möglichkeit sich den eigenen Schläger selbst zu bespannen. Dies kann Sinn machen, wenn man einen hohen Verschleiß hat oder selbst gerne an einer optimalen Besaitung „tüftelt“. Es gibt verschiedene Besaitungsmaschinen von unterschiedlichsten Herstellern in den diversesten Preisregionen, welche wir im Folgenden kurz vorstellen. Dabei gilt als Faustregel, dass teurere Maschinen in der Regel für Vereine oder Sportgeschäfte konzipiert sind, wo sich Schläger auch deutlich schneller bespannen lassen und mehr Automatisierung vorhanden ist. Günstigere Modelle sind eher für den Privatgebrauch vorgesehen.

  • Portale Besaitungsmaschinen
Ist man als Spieler viel unterwegs und will man nicht zu viel investieren in eine Bespannungsmaschine, gleichzeitig aber in der Lage sein, flexibel und jederzeit zu bespannen, sind portable Besaitungsmaschinen die Lösung. Preislich liegen sie bei 200 bis 500 Euro. Nachteil ist dass Bespannungen leider etwas länger dauern und man sowohl einen Tisch als Untergrund braucht als auch viel Handarbeit investieren muss.

 

  • Standard Besaitungsmaschinen
Für den festen Stand gedacht, sind Standard Besaitungsmaschinen die nächst höhere Kategorie an Bespannungsmaschinen. Preislich sind so ab ca. 400 bis 1000 Euro zu haben und haben den Vorteil dass Sie stabiler sind und sich Schläger in der Regel schnell bespannen lassen. Hobbyspieler die zu Hause selbst bespannen entscheiden sich in der Regel für diese Variante, auch wenn hier auch noch viel manuell gemacht werden muss. Ein Vorteil ist dass sich die Gewichte einstellen lassen können.
 
  • Elektrische Besaitungsmaschinen
Der Rolls Royce unter den Bespannungsmaschinen ist die elektrische Besaitungsmaschine. Hauptvorteil ist das weitestgehend automatische Bespannen in kürzester Zeit dank eines Elektromotors. Preislich muss man hier in der Regel vierstellig investieren und bis 10000 Euro sind einige weitere hochtechnische Maschinen zu erwerben. Diese Art ist in der Regel für Tennisclubs mit hohem Bedarf an Schlägerbespannungen nötig oder im Profitennis Bereich.
 
 

Saitenwechsel: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Wird ein Schläger oft und/oder intensiv (bspw. durch viel Topspin) bespielt, müssen auch die Saiten irgendwann gewechselt werden bevor sie nicht von selbst reißen. Als Faustregel sagt man, dass die Saiten mind. so oft im Jahr gewechselt werden sollen, soviel Tage in der Woche man durchschnittlich auf dem Tennisplatz steht. Spielt man zum um Beispiel 3 Mal die Woche, sollte man mind. alle 4 Monate ergo  3 Mal im Jahr den Schläger neu bespannen lassen. Dies kann aber auch variieren, bspw. wenn man mit viel Spin spielt oder wenn der Schläger starker Hitze oder Feuchtigkeit ausgesetzt wird. Generell ist es zu empfehlen den Schläger direkt nach dem Spielen in einer UV-geschützte Schlägerhülle zu packen.